Biographischer Kompetenzfragebogen


"The best prophet of the future is the past"
Lord Byron


Entwicklung

Der Biographische Fragebogen wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Amerika erfolgreich zur Personalauswahl, aber auch zur Einschätzung des bereits bestehenden Personals angewendet. Es handelt sich dabei um ein Instrument, bei dem mittels Selbstbeschreibung einer Person ...

... nachprüfbare objektive, als auch nicht nachprüfbare subjektive Informationen zu früheren, gegenwärtigen und zukünftigen Gegebenheiten eingeholt werden.

Diesem Instrument liegt die Tatsache zu Grunde, dass der bisherige Lebens- und Berufsweg eines Menschen, eine Vorhersage über dessen künftig zu erwartende Leistung bzw. über dessen Verhalten ermöglicht.


Anwendung

Der biographische Fragebogen kommt im Instrumentenmix vor allem dann zum Einsatz, wenn eine Erfolgsprognose eines potentiellen Bewerbers hinsichtlich einer spezifischen Jobdescription gewünscht wird. Man darf von der Annahme ausgehen, dass menschliches Verhalten über einen längeren Zeitraum stabil bleibt und daher, dass das in der Vergangenheit gezeigte Verhalten, der beste Prädiktor für zukünftiges Verhalten ist.


Stärken

Die Stärken des BKF liegen in der Vermeidung interviewerspezifischer Einflussquellen, die bei allen anderen in der PE eingesetzten Instrumenten die Ergebnisse verzerren können.


Vermieden werden/wird:
  • eine vorschnelle Urteilsbildung auf Grund von Äußerlichkeiten
  • Wirkungen verschiedener Vorabinformationen
  • wahrnehmungssteuernde Wirkungen des ersten oder letzten Eindrucks (Primacy- oder Regencyeffekt)
  • Maßstabsprobleme, die sich durch die zufällige Reihenfolge der Bewerber ergeben, beispielsweise die Überbewertung eines durchschnittlichen Bewerbers nach einem extrem schlecht geeigneten Bewerber (Reihenfolgeeffekt)
  • die Beeinflussung durch Stereotype und Vorurteile, durch implizite Persönlichkeitstheorien und eigener Betroffenheit
  • Ergebnisverzerrungen durch ungenaue Information über Arbeitsplatzanforderungen
  • ungeplanter ergebnisverfälschende Interaktionen insbesondere nonverbale Kommunikationsprozesse
  • Sympathie/Antipathie-Relationen
Methodeninformation

Die in unserem BKF eingesetzten Items sind folgendermaßen zusammengesetzt:

  • Historisch (vergangenheitsbezogen)
  • Hypothetisch (zukunftsbezogen; Absichten, Erwartungen)
  • External (äußere, beobachtbare Ereignisse)
  • Internal (innere Vorgänge wie Gedanken und Gefühle; nicht beobachtbar)
  • Objektiv (faktisch, nicht wertend)
  • Subjektiv (interpretativ, wertend)
  • Diskret (einzelne, abgrenzbare Ereignisse)
  • Summarisch (Zusammenfassung mehrerer Ergebnisse)
  • Verifizierbar (prinzipiell nachprüfbar)
  • Nicht verifizierbar (Befragter einzige Quelle)
  • Aus erster Hand (eigene Beobachtungen)
  • Beeinflussbar (Verhalten oder Ereignis stehen unter Kontrolle des Befragten)
  • Nicht beeinflussbar (vom Befragten nicht kontrollierbares Ereignisse z.B. Geschwisteranzahl)
  • Offensichtlich berufsrelevant (augenscheinlicher Berufsbezug)
  • Nicht offensichtlich berufsrelevant (Bezug nur indirekt nachvollziehbar)
  • Non-invasis (die Privatsphäre respektieren)
Fragen

Jedes unserer Items steht in einem bedeutsamen Zusammenhang mit einem gewünschten/gesuchten Erfolgskriterium.

Dieses könnte u.a. sein:

  • bei Mitarbeitern
  • Teamfähigkeit
  • Soziale Kompetenz, z.B. gutes Beziehungsmanagement
  • Loyalität
  • Informationsverhalten
  • Konfliktfähigkeit
  • Fähigkeit zu zwischenmenschlichen Beziehungen
  • Führungskräften
und zusätzlich bei Führungskräften
  • Führungsstil (Laissez faire versus autoritär)
  • Zur Arbeit motivierende Aktivität
  • Ermöglichung von Mitbestimmung und Beteiligung
  • Bedeutung äußerer und sozialer Bedingungen
  • Gewähren von persönlicher Freiheit
  • Leistungsbewertungs- und Anerkennungsverhalten
  • Freundliche Zuwendung und respektvoller Umgang mit dem MA
  • Informationsweitergabeverhalten




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